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Was tun bei einem Autounfall?

Alles was Sie nach einem Verkehrsunfall beachten sollten.

Es hat gekracht und Sie sind mit Ihrem Fahrzeug an einem Verkehrsunfall beteiligt. Jetzt gilt es, die Nerven zu behalten. Wenn Sie die nachfolgenden Tipps beherzigen, vermeiden Sie Ärger und Nachteile bei der Regulierung:

1.) Wenn Sie den Unfall allein verschuldet haben oder zumindest eine Mitschuld tragen, sollten Sie schon aus versicherungstechnischen Gründen kein Schuldeingeständnis gegenüber dem Unfallgegner, anderen Zeugen oder gar im Polizeibericht der unfallaufnehmenden Polizeibeamten abgeben, erst recht nicht schriftlich. Die Klärung der Schuldfrage sollten Sie den Versicherungen und den Juristen überlassen. Bei einem unbegründeten Schuldeingeständnis könnten Sie unter Umständen sogar Ihren Versicherungsschutz verlieren. Die Polizei ist nur bei Personenschäden, größeren Schäden oder Wildschäden zu rufen. Sinnvoll ist es allerdings, die Polizei bei Fahrerflucht zu rufen und gegebenenfalls, wenn ein ausländisches Fahrzeug beteiligt ist und/oder der Unfallgegner im Ausland wohnt.

2.) Hilfreich ist es immer, schon am Unfallort einen Unfallbericht anzufertigen. Sofern Sie einen Fotoapparat, eine Filmkamera oder ein Handy mit Fotofunktion dabei haben, fertigen Sie Fotos vom Unfallort. Sollten Unfallzeugen vorhanden sein, notieren Sie sich unbedingt deren Namen und Adressen.

3.) Bei einem Autounfall müssen Sie den Schaden zunächst Ihrem eigenen Kfz-Haftpflichtversicherer schriftlich unverzüglich, d.h. spätestens innerhalb einer Woche anzeigen. Wird gegen diese Anzeigepflicht verstoßen, kann im Extremfall der Versicherer eventuell ganz oder teilweise von seiner Leistungspflicht befreit sein. Aber auch der Kfz-Versicherer des Unfallgegners sollte informiert werden. Schon allein deshalb, weil die gegnerische Versicherung gegebenenfalls die Kosten für ein Ersatzfahrzeug übernehmen muss. Beim Totalschaden kann so auch eher eine Abschlagszahlung geltend gemacht werden, um den Kauf eines Neuwagens finanzieren zu können.

4.) Sie können immer einen Verkehrsunfall-Gutachter Ihrer eigenen Wahl damit beauftragen, den Schadensumfang und Schadenshöhe an ihrem Fahrzeug festzustellen. Es ist hierbei egal, ob der Haftpflichtversicherer Ihres Unfallgegners – möglicherweise sogar ohne Ihr Wissen oder Ihre Zustimmung – bereits deren eigenen Sachverständigen zur Begutachtung vorbeischickt. Die Kosten für das Sachverständigengutachten sind erstattungsfähig. Sofern ein sogenannter Bagatellschaden vorliegt (Schadenshöhe liegt nicht höher als bis 500 bis 1000 Euro), reicht als Schadensnachweis zumeist der Kostenvoranschlag einer Fachwerkstatt aus.

5.) Die vollständige Beweissicherung über Schadensumfang und Schadenshöhe durch Ihren Verkehrsunfall- Gutachter gewährleistet, dass Ihnen die Ihnen zustehenden Schadensersatzansprüche vollständig erstattet werden. Das Gutachten sichert auch, dass der Unfallschaden insgesamt erkannt und ggf. beseitigt werden kann. Die Beweissicherung über Schadensart und Umfang wird in vielen Fällen auch dann benötigt, wenn später Uneinigkeit mit der Haftpflichtversicherung des Unfallgegners über den Schadenshergang oder die Reparaturdurchführung entsteht. Mit Hilfe des Gutachtens kann zudem die unfallbedingte Ausfallzeit des Fahrzeuges, also die zu erwartende Reparaturdauer, festgestellt werden, so dass Ersatzansprüche bezüglich Verkehrsunfall- Mietwagenkosten oder Nutzungsausfallentschädigung beziffert werden können.

6.) Eine entstandene Wertminderung Ihres Wagens durch den Unfall wird ebenfalls durch ein Gutachten nachgewiesen und kann gegenüber dem Unfallgegner als weiterer Schaden abgerechnet werden.

7.) Statt die Reparatur Ihres Fahrzeugs tatsächlich durchführen zu lassen, steht es Ihnen frei, sich die Reparaturkosten vom Unfallgegner auf der Grundlage des von Ihnen beigebrachten Schadensgutachtens ausgleichen zu lassen. Hierbei können dann die Mehrwertsteuer und der Nutzungsausfall natürlich nicht abgerechnet werden.

8.) Sie haben das Recht, Ihr Auto in einer von Ihnen ausgewählten Werkstatt Ihres Vertrauens reparieren zu lassen. Hilfreich ist es allerdings, wenn es sich hierbei um eine Kfz- Fachwerkstatt handelt. Kostenvoranschläge eines „Hinterhofschraubers“ werden von Haftpflichtversicherungen manchmal nicht anerkannt.

9.) Benötigen Sie keinen Mietwagen und steht Ihnen Ihr Fahrzeug unfallbedingt (z.B. während der Reparaturdauer) nicht zur Verfügung, können Sie eine Nutzungsausfallentschädigung verlangen. Die Höhe richtet sich nach dem jeweiligen Fahrzeugtyp. Die Eingruppierung des Fahrzeuges, nach der die Höhe des Nutzungsausfalles richtet, kann durch einen Kfz-Sachverständigen vorgenommen werden. Die Höhe des Nutzungsausfalls kann in Tabellen von Euro-Schwacke oder Sanden-Danner abgelesen werden.

10.) Achten Sie darauf, dass Sie die Kontrolle bei der Regulierung des eingetretenen Unfallschadens behalten. Dieses gilt insbesondere bei der Ermittlung von Schadensumfang und Reparaturkostenhöhe. Gerne bieten gegnerische Kfz- Haftpflichtversicherung an, den entstanden Schaden „völlig stressfrei und für Sie total komplikationslos“ zu ermitteln und zu regulieren. In einem solchen Fall ist es sicherlich wenig verwunderlich, wenn dann ein Schadensergebnis herauskommt, dass bisweilen 1/3 unter dem tatsächlichen Schaden liegt und für Sie dann viel weniger Schadensersatz herausspringt, als Ihnen zusteht.

Als Anwalt für Verkehrsrecht helfe Ihnen bei der Durchsetzung Ihrer berechtigen Ansprüche. Und – meine Vergütung ist eine unfallbedingte Aufwendung und muss ebenfalls von der Versicherung des Unfallgegners erstattet werden!

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