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Der Kindesunterhalt - wieviel steht den Kindern zu?

Der Elternteil, bei dem das Kind nach Trennung und Scheidung der Kindeseltern wohnt, erfüllt durch die Erbringung seiner Betreuungsleistungen bereits seine volle Unterhaltsverpflichtung dem Kind gegenüber. Der andere Elternteil hingegen hat Unterhalt durch monatliche Barzahlungen zu leisten. Nichteheliche Kinder sind ehelichen Kindern unterhaltsrechtlich gleichgestellt.

Im Gegensatz zum Ehegattenunterhalt, der sich hinsichtlich der Höhe an den Lebensumständen während der Ehezeit orientiert, gilt als Richtlinie für die Höhe des Kindesunterhalts die Düsseldorfer Tabelle. Diese ist sowohl in unterschiedliche Einkommensgruppen als auch Altersstufen des Kindes untergliedert. Je älter das Kind ist, desto höher ist der zu zahlende Unterhalt. Unterhaltsansprüche der minderjährigen Kinder und Jugendlichen bis zum vollendeten 21. Lebensjahr, die noch zur Schule gehen und bei einem ihren Eltern wohnen – haben immer Vorrang vor Ansprüchen anderer Unterhaltsberechtigter, z.B. den Ex- Ehepartnern.

Der notwendige Eigenbedarf (Selbstbehalt) ist die Summe, die der Unterhaltspflichtige monatlich selbst behalten darf. Er beträgt (- Stand 2016) gegenüber minderjährigen unverheirateten Kindern und gegenüber volljährigen unverheirateten Kindern bis zur Vollendung des 21. Lebensjahres, die im Haushalt der Eltern oder eines Elternteils leben und sich in der allgemeinen Schulausbildung befinden, beim nicht erwerbstätigen Unterhaltspflichtigen monatlich 880,00 € und beim erwerbstätigen Unterhaltspflichtigen monatlich 1.080,00 €. Hierin sind bis 380,00 € für Unterkunft einschließlich umlagefähiger Nebenkosten und Heizung (Warmmiete) enthalten. Der angemessene Eigenbedarf, insbesondere gegenüber anderen volljährigen Kindern, beträgt in der Regel mindestens monatlich 1.300,00 €. Darin ist eine Warmmiete bis 480,00 € enthalten.

Der angemessene Gesamtunterhaltsbedarf eines Studierenden, der nicht bei seinen Eltern oder einem Elternteil wohnt, beträgt in der Regel monatlich 735 EUR. Hierin sind bis 300 EUR für Unterkunft einschließlich umlagefähiger Nebenkosten und Heizung (Warmmiete) enthalten.

Die Ausbildungsvergütung eines in der Berufsausbildung stehenden Kindes, das im Haushalt der Eltern oder eines Elternteils wohnt, ist vor ihrer Anrechnung in der Regel um einen ausbildungsbedingten Mehrbedarf von monatlich 90 EUR zu kürzen

Bei minderjährigen und privilegierten volljährigen Kindern (im Haushalt eines Elternteils wohnend, eine anerkannte Schule besuchend und nicht verheiratet) wird das hälftige Kindergeld auf den Unterhaltsanspruch angerechnet. Bei Volljährigen wird das Kindergeld komplett auf den Unterhaltsbedarf angerechnet.

Gerade das Unterhaltsrecht ist eine besonders schwierige Materie, da sich zum einen die Düsseldorfer Tabelle laufend ändert und zum anderen die Unterhaltshöhe von vielen Faktoren abhängt, die einem nicht unbedingt geläufig sind. Sind sogar mehrere unterhaltsberechtigte Personen da (mehrere Kinder), reicht das einzusetzende Einkommen häufig nicht für den kompletten Unterhaltsbedarf aus und es muss eine Quotenberechung durchgeführt werden. Es geht also sowohl für den Unterhaltsberechtigten als auch für den Unterhaltspflichtigen um eine Menge Geld und es empfiehlt sich immer, hier den fachlichen Rat eines Rechtsanwalts für Familienrecht einzuholen.

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